#ÖRMDIARY

Nicht nur wir bereiten uns schon intensiv auf den #ÖtztalerRadmarathon2021 vor sondern auch ihr steckt schon mitten in den Vorbereitungen.

Soll ich mich überhaupt registrieren? Geht sich das alles mit dem Training, dem Job & der Familie aus? In den nächsten 40 Wochen werfen wir einen Blick in die Gedankenwelt eines Ötztaler-Teilnehmers! #ÖRMDIARY

Ötztaler Radmarathon 2020

#40 „Bis zum nächsten Jahr.“

Fix. Meinen Startplatz für den Ötztaler Radmarathon 2021 habe ich fix. So früh wie noch nie. Hotel ist auch schon gebucht. Und wir schreiben erst Oktober. Das wird eine lange Vorfreude. Nicht, dass mir dadurch bis zum nächsten 29. August langweilig wird. Auf alle Fälle ist das „bis zum nächsten Jahr“ heuer keine Hoffnung, sondern eine Gewissheit. Ziehen wir also etwas Positives aus der ganzen Sache. Bis zum nächsten Jahr. Bis zu allem, was man beim Ötztaler Radmarathon erleben darf. Von den möglichen Diskussionen über Training, Gewicht und Ernährung, den Neid und den Stolz auf die neuesten Rennräder und Komponenten, zu den Last-Minute Einkäufen, weil das Wetter vor Ort umschlägt, allen Gesprächen rund um das Wetter bis kurz vor dem Start, die vielen neuen und bekannten Gesichter, der Besuch der James Bond Erlebniswelt 007 Elements, die Fahrt mit der Gaislachkoglbahn und dem atemberaubenden 360° Rundumblick inklusive Gletscherwelt, dem Flair und die Atmosphäre in und rund um Sölden, den Trainingsfahrten aufs Timmelsjoch oder nach Vent, die höchste asphaltierte Straße im Alpenraum bis auf über 2.800 m bis hin zur nervenzerreißenden Nervosität vor den bevorstehenden 238 km und 5.500 Höhenmetern. Also. Bis zum nächsten Jahr.

Ötztaler Radmarathon 2020

#39 „Die Frage nach dem Sinn.“

Die Frage nach dem Sinn stelle ich mir gar nicht. Das würde alles noch mehr verkomplizieren. Denn wo liegt der Sinn, alles wieder von vorne zu beginnen? Und ist es sinnvoll, das Leben erneut dem Ötztaler Radmarathon unterzuordnen? Die letzten 39 Wochen habe ich all meine Gedanken dazu niedergeschrieben. Alles, was mir durch den Kopf gegangen ist habe ich festgehalten und niedergeschrieben. Ich habe Einblick in meine Gefühlswelt gewährt. Meine innere Zerrissenheit zwischen Hoffnung und Angst dokumentiert. 2021 gibt es eine neue Chance für mich und viele tausend andere. Würde ich mir die Frage nach dem Sinn stellen, müsste ich mir die Antwort schuldig bleiben. Denn was würde sich ändern? Ehrlich jetzt. Ich muss ab sofort alles wieder genauso durchkauen. Im Endeffekt würde sich also nichts ändern. Denn so ist mein Leben. Das ist mein Leben. Sinn hin oder her. Der Ötztaler Radmarathon darf und muss fester Bestandteil dieses Lebens sein. Eines sinnvollen und geordneten Lebens. Mit einem festen Ziel vor Augen. Die letzten Meter durch Sölden in vollen Zügen zu genießen und für einen kurzen Augenblick ein stiller Held zu sein. Nur wer in Sölden ins Ziel kommt, kann das verstehen und wird sich nie die Frage nach dem Sinn stellen.

Ötztaler Radmarathon 2020

#38 „Heldengeschichten.“

Am Gletscher hoch oben über Sölden sind bereits die ersten Schneeflocken gefallen. Jetzt sind die „Anderen“ am Zug. Nun gehört das Ötztal ihnen. Wir haben unsere diesjährigen Heldengeschichten bereits geschrieben. Hunderte, nein tausende. Verteilt auf der ganzen Welt. Jeder für sich und mit sich. Wir haben diesen einen Tag heiß herbeigesehnt. Ihn inszeniert und intensiv gelebt. Über die sozialen Medien haben wir andere daran teilnehmen lassen. Das Publikum entlang der Strecke mit virtuellen Fans und Freunden ersetzt. Den Applaus und die vielen Anfeuerungsrufe mit Likes und Kudos kompensiert. Meine ganz persönliche Heldengeschichte war unendliche 257 km lang und rekordverdächtige 5.641 Meter hoch. Ein dicker fetter Ötzi mitten in der Buckeligen Welt. Dafür musste ich 17 Hügel erklimmen. Geiler Scheiß. Rauf und runter, nach links und nach rechts, stundenlang. Und doch war es nicht dasselbe. Ein echter Ötztaler Radmarathon ist anders. Nicht kopierbar. Auch nicht ersetzbar. Mein Ersatz-Ötztaler war zwar eine starke mentale und körperliche Leistung, trotzdem bin ich traurig und emotional verletzt. Es fühlt sich an, als wäre da nichts gewesen, außer einer etwas längeren Ausfahrt. Kein Kühtai, kein Brenner, kein Jaufen und auch kein Timmelsjoch. Geht es nur mir so?

Ötztaler Radmarathon 2020

#37 „Fehleranalyse.“

Mein Vater hat immer gesagt: „Ein Problem zu erkennen ist schon die halbe Problemlösung.“ Stimmt. Aber mein Vater war kein Rennradfahrer. Er konnte also nicht wissen, dass die Fehler- und Problemanalyse bei uns Rennradfahrern etwas komplexer ist. Weil wir keine Fehler machen. Punkt. Nicht in der Vorbereitung. Die ist seit Jahren immer dieselbe. Nicht im Rennen. Das fahren wir seit Jahren immer gleich. Auf Anschlag von Anfang an. Auch nicht in der Ernährung. Die schaut seit Jahren gleich aus. Ungesund und unausgewogen. Wer also keine Fehler macht so wie ich, der braucht auch nicht nach Fehlern zu suchen. Dafür sucht derjenige, also wieder ich, stets nach Ausreden. Da gibt es viele. Alte und neue. Plausible und völlig an den Haaren herbeigezogene. Letztere liebe ich. Ich bin ein kreativer Mensch. Fast noch unglaubwürdiger als das „nie mehr wieder“ wirkt dabei mein „im nächsten Jahr wird’s besser.“ Denn im nächsten Jahr wird’s nicht besser. Warum auch. Im nächsten Jahr werde ich nicht das machen, was ich heuer schon hätte machen sollen (oder wollen), sondern ich werde genau das machen, was ich heuer (und die Jahre zuvor) gemacht habe. Nämlich nichts. Weil ich mache keine Fehler. Dafür suche ich nach Ausreden.

Ötztaler Radmarathon 2020

#36 „Sicher nie mehr.“

Sicher nie mehr? Gedacht habe ich mir das schon so oft. Gesagt auch schon. Umgesetzt habe ich es noch nie. Sicher nie mehr ist immer eine emotionale Aussage. Meist kommt sie unreflektiert. Sie rutscht am Ende eines anstrengenden Tages über vier Pässe schnell aus dem Mund. Versehentlich. Im Affekt. Bei mir war es oft die Enttäuschung, die mich dazu getrieben hat. Aber auch Wut über mich selbst, wenn das gesteckte Ziel wieder einmal nicht erreicht worden ist. Oder sogar übertroffen wurde. Ist ja auch schon einmal vorgekommen. Im ersten Fall haderte ich mit mir selbst. Im zweiten Fall wollte ich die Strapazen dafür nicht mehr spüren müssen. Sicher nie mehr heißt eigentlich immer bis zum nächsten Jahr. Das muss es auch heißen. Sicher nie mehr Ötztaler Radmarathon? Wie soll das gehen. Das wäre wie ein Leben ohne Weihnachten. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was ich sonst das ganze Jahr so machen würde. Zum Glück habe ich für 2021 bereits jetzt schon meinen fixen Startplatz. So müssen wir nicht über das „sicher nie mehr“ diskutieren. Darüber sprechen wir dann im nächsten Jahr, damit wir uns 2022 wiedersehen können.

Ötztaler Radmarathon 2020

#35 „Der Stolz.“

Ich habe keine Ahnung, wie groß eine geschwellte Brust werden kann. Ob es da ein physiologisches Limit gibt? Ich meine nur. Bevor man vielleicht platzt oder auseinanderbricht. Gehört habe ich davon noch nie. Warum ich das wissen will? Egal ob Ötztaler Radmarathon in der Originalversion oder in der Social-Variante: 238 km am Stück bringen die eigene Zufriedenheit auf ein besonderes Niveau und lassen die Brust ganz schön anschwellen. Wahre innere Erhabenheit ist groß. Sehr groß. Und Hand aufs Herz - es ist vollkommen legitim, nach so einer sportlichen Leistung stolz auf sich selbst zu sein. Dieses Gefühl wird abflauen. Bestimmt. Aber lasst es uns genießen, solange es in uns brennt. Es tut so gut. Es ist Balsam für die Seele und Massageöl für die müden Beine. 2020 war und ist ein verflixtes Jahr. Umso mehr freue ich mich auf 2021. Nichts ist umsonst. Die vielen tausende Trainingskilometer bilden die Grundlage für das neue Ziel. Den Traum vom Ötztaler Radmarathon und der Wunsch nach noch einem echten Finisher-Trikot. Eines der letzten seiner Klasse. Ab sofort beginnt alles wieder von vorne.

Ötztaler Radmarathon 2020

#34 „Das Finisher-Trikot.“

Wo Finisher drauf steht, muss auch ein Finisher drinnen stecken. Das ist der echte Finisher-Spirit. Denn nur wer über die Ziellinie fährt, ist ein echter Finisher. Genau aus diesem einfachen und plausiblen Grund trägt sich das Finisher-Trikot des Ötztaler Radmarathons anders. Das erlebe ich jedes Mal. In diesem Finisher-Trikot steckt mehr als nur eine Startgebühr. Drinnen lebt ein ganzer Tag voller Emotionen. Dieses spezielle Trikot gibt dir am Ende des Tages so viel zurück. Es erzählt die Leiden, die Hoffnungen, die Rückschläge und Höhenfluge, die man über die vier Pässe liegen gelassen hat. Dieses Stück Lycra ist das wahr werden deines Traums und die Rückkehr in die Realität. Nur dieses Stück beendet alle Spekulationen. Es bringt Frieden und schweißt das zusammen, was Wochen und Monate davor in der intensiven Vorbereitung auseinanderzubrechen schien. Diese einzigartige Belohnung folgt gleich nach dem ersten Wiedersehen mit den Liebsten im Zielgelände. Noch bevor die Dusche die äußerlichen Kampfspuren des wilden Rittes über die vier Pässe unwiderruflich von der Haut schwemmt. Der Schmerz vergeht, das Finisher-Trikot bleibt.

Ötztaler Radmarathon 2020

#33 „Rennwochenende.“

Das allerletzte stressfreie Wochenende ist vorbei. Es ist Rennwochenende. Der Countdown läuft und der Maximalpuls ist bald erreicht. Was für ein Gefühl. Meine volle Aufmerksamkeit gilt ab jetzt dem Wetterbericht. Ich weiß, dass in den Bergen viel und das dann auch schnell passieren kann und dass im Ötztal das Wetter sowieso eigenen Gesetzen folgt. Aber das Studium der Wetterprognosen und die dazugehörigen Spekulationen, Verschwörungen und Diskussionen gehören Jahr für Jahr zum Prozedere beim Ötztaler Radmarathon dazu. Wer 2003 und 2013 dabei war, kann ein Lied davon singen, sofern er oder sie schon wieder aufgetaut und trocken ist. Schlimmer wird es nie mehr sein. Hoffentlich. Als Anwärter für ein Ötztaler Finisher Trikot musst du auch Wetterkarten und Wetterdaten lesen können. Richtig lesen können. Du musst Luftströmungen interpretieren und den Luftdruck berechnen. Hektopascal darf dir auf keinen Fall ein Fremdwort sein. Als Ötzi-Anwärter musst du dir deinen eigenen Wetterbericht machen und niemand anderen darum bitten. Bei knapp 4.000 Starten sind knapp 4.000 Wettervorhersagen immer aktuell. Wie das Wetter tatsächlich werden wird, das weiß aber leider niemand. Aber wen kümmert es? Es ist Rennwochenende und da reden alle ja sowieso über nichts anderes als über das Wetter.

Ötztaler Radmarathon 2020

#32 „Ötztaler SocialRadmarathon.“

Am 30. August hätten es 238 km werden sollen. Bis 30. August werden es auch 238 km werden. Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, den Ötztaler SocialRadmarathon zu fahren. Angemeldet habe ich mich bereits. Ein würdiges Ersatzprogramm für den 2020 leider abgesagten „real“ Ötztaler Radmarathon. Die aufgebaute Spannung und die nicht erreichte Höchstform müssen ja irgendwie umgesetzt und glorreich in Szene gesetzt werden. Dann bin ich heuer eben ein Ötztaler SocialRadmarathon-Finisher. Who cares. Ötzi ist Ötzi. Über die Anzahl der Höhenmeter muss ich noch etwas nachdenken. Weil ich die ja nicht fahren muss. Und außerdem habe ich kein Kühtai, keinen Brenner, keinen Jaufenpass und kein Timmelsjoch vor der Haustüre. Schade eigentlich. Moment. Sollte ich mir schnell doch noch ein Wochenende in Sölden gönnen und den SocialRadmarathon auf der Originalstrecke absolvieren? Verdient hätte ich es. Ganz bestimmt. Und weil alles für einen guten Zweck wäre, würde auch niemand dagegen Protest einlegen. Also: Sölden ich komme.

Ötztaler Radmarathon 2020

#31 „Vorbereitungen.“

Jetzt wird’s ernst und ich spüre schon die Anspannung. Der Kopf ist längst schon in Sölden. Die Beine sind hochgelagert. Der Rest noch im gestressten Alltag. Es ist Zeit für die letzten wichtigen Vorbereitungen. Der Zufall darf die Regie nicht übernehmen. Es gilt alles im Blick zu behalten. Mich selbst und das Umfeld. Vorsicht ist die Mutter der Ötztaler Radmarathon-Kugel, und gesund bleiben ist der oberste Befehl. Bitte ja keine Experimente mehr. Mit der Ernährung, mit dem Training, mit dem Material. Es ist wie es ist und soll so bleiben. Am besten die Welt abschalten und sich von dieser abschotten. Die Gefahr lauert immer und überall. Aufpassen, aufpassen und nochmals aufpassen. Vielleicht aber doch noch eine Last-Minute Diät. 3 Kilo in 3 Wochen sind laut Freizeit-Revue möglich. Oder eine Turbo FTP-Steigerungseinheit. Eventuell ein neues Lenkerband, eine neue Kette, ein neues Ritzelpaket, neue Reifen, neues Felgenband und weil wir schon dabei sind neue Kettenblätter. Überall könnten sich ja Defekte verstecken. Probleme, die ich nicht haben muss und eben vermeiden will. Eine gute, perfekte und vor allem ruhige und stressfreie Vorbereitung ohne Hindernisse ist ja bekanntlich bereits die Hälfte des begehrten Finisher-Trikots.

Ötztaler Radmarathon 2020

#30 „Letzte Zweifel.“

Es sind nicht die letzten Zweifel, die mich plagen. Es ist das schlechte Gewissen, welches mich von Anfang an wie ein Parasit begleitet und diese Zweifel täglich aufs Neue nährt. Schreiben wir Klartext: Ich habe immer noch zu viele Kilos auf den Rippen, meine Leistungskurve steigt nach wie vor nicht exponentiell, sondern flacht seit Wochen ab und mein Rennrad ist auch noch weit weg vom Idealgewicht. Schlechteste Voraussetzungen also. Auch in Hinblick auf den Ötztaler SocialRadmarathon. Wo bleiben mein eiserner Wille und wo meine mentale Stärke und tugendhafte Konsequenz? Es kann doch nicht so schwer sein! Wochen, nein Monate, hatte ich Zeit und alles war minutiös geplant. Beziehungskrisen inklusive. Nicht dass diese geplant waren. Sie waren nur vorprogrammiert. Mein Rennen, mein Sommer – das war der Deal. Ich muss dies, muss das und jetzt habe ich nichts von all dem. Außer diese Zweifel. Der Ötztaler Radmarathon ist und bleibt mein Traum – egal ob real oder social. Und er scheint zu platzen. Wie ein Luftballon. Der Weg ist das Ziel, aber das Ziel ist ziemlich weit weg. Ich wünschte, jemand könnte mich verstehen.

Ötztaler Radmarathon 2020

#29 „Was soll ich anziehen?“

Fragt mich nach den Lottozahlen. Diese zu erraten ist wahrscheinlicher, als bei der Wahl der richtigen Bekleidung den Jackpot zu knacken. Das Wetter ist unvorhersehbar. Das Wetter in und rund um Sölden auf einer Länge von 238 km ist unvorhersehbarer. 2003 und 2013 gab es den apokalyptischen Weltuntergang. 2015 die Jahrhundert-Hitzeschlacht. Davor, dazwischen und danach war es auch nie normal. Zu viel oder zu wenig anhaben und dabeihaben. Die Wetterlotterie kennt nur diese beiden Ziehungen. Ohne Gewähr. Garantie auf Sonnenschein, puren Sonnenschein gibt es nicht. Doch. Aber dann ist es erst Samstag oder schon Montag. Seit ein paar Jahren gibt es die Möglichkeit einen Kleiderbeutel zu hinterlegen. Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch. Aber nur einmal. Hellseher müsste man sein. Ich sagte ja. Fragt mich nach den Lottozahlen. Ist es besser zu frieren oder mit einem Buckel an Reservekleidung unnötig Ballast mitzuführen? Um für alle Fälle gerüstet zu sein, müsste der gesamte Kleiderschrank mit. Aber dann würde ich mir auch wieder die Frage stellen: Was soll ich anziehen?

Ötztaler Radmarathon 2020

#28 „Die richtige Übersetzung.“

Egal wie groß der Rettungsring ist. Er ist zu klein. Damit erübrigt sich jede noch so spannend langweilige Diskussion über die richtige Übersetzung beim Ötztaler Radmarathon. Heutzutage hat man zig Möglichkeiten. Jede davon reicht nicht aus. Der Wunsch nach einem leichteren Gang fährt die ganzen 238 km mit. Früher war alles anders. Da sind die Ötztaler-Helden noch mit den Heldenkurbeln unterwegs gewesen. Mich inklusive. 53/39 vorne und hinten 11/23. Ja. Das waren noch Zeiten. Harte Zeiten. In einigen Passagen musste und wollte ich das Fahrrad schieben. Das Kühtai hinauf. Als es nach Ochsengarten noch keine Galerie gab und die steilste Passage Kniescheibe und Meniskus aus der Verankerung reißen wollte. Die richtige Übersetzung ist beim Ötztaler Radmarathon ein frommer Wunschgedanke. Eine Fata Morgana. Ein unerfüllter Kindertraum. Warum? Warum ist beim Ötztaler Radmarathon immer alles anders? Was sonst normalerweise locker flockig vor sich geht, bockt und stockt. Und neben dir kurbeln sie hinauf, als würden sie bergab fliegen. Es gibt sie noch die wahren Helden beim Ötztaler Radmarathon. Mit oder ohne richtiger Übersetzung.

Ötztaler Radmarathon 2020

#27 „Das Timmelsjoch.“

Fast geschafft. Aber auch nur fast. Die letzte Hürde zum begehrten Finisher Trikot ist zugleich die höchste. Und die längste. Das Timmelsjoch. Nur 29 km und knapp 1.800 Höhenmeter trennen mich dann noch von der Erfüllung meines Traums. Dann wäre ich oben. Am höchsten Punkt des legendären Ötztaler Radmarathons. Hinter mir ein langer Tag und viel harte Arbeit. Vollgepumpt mit Erlebnissen. Gezeichnet von Tiefschlägen und gestärkt von Höhepunkten zugleich. Oben auf über 2.500 Metern wäre ich bereit für die finale Abfahrt nach Sölden. Ich wäre müde und erschöpft für den kurzen aber elend langen Gegenanstieg zur Mautstelle in Hochgurgl. Und ich wäre eingestimmt auf eine tränenreiche Fahrt durch die Dorfstraße hinein ins Zielgelände. Fast geschafft. Jetzt nur noch überleben. Die letzten Kräfte mobilisieren. Aufstehen, sitzen, aufstehen. Ja nicht absteigen. Ich darf mir von der in die Felsen gemeißelte Straße den Schneid nicht abkaufen lassen. Ich darf nicht scheitern. Werde auch nicht scheitern. Der Ötztaler Radmarathon hatte bis jetzt ein langes Vorspiel. Nun wartet die Krönung.

Ötztaler Radmarathon 2020

#26 „Der Jaufenpass.“

Der Schicksalsberg schlechthin. Der Jaufenpass trennt die Spreu vom Weizen. Und die Finisher vom Besenwagen. Hier entscheiden sich Heldentaten. Wer da zu spät kommt, den bestraft der Rennleiter 3. Unerschrocken und unbarmherzig wird von ihm die Karenzzeit rigoros exekutiert. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Ohne Wenn und Aber. Ende. Aus. Basta. Finito. Wer die Passhöhe nicht rechtzeitig erreicht, wird bequem im Bus nach Sölden chauffiert. Vom geliebten Fahrrad getrennt. Das Rennrad fährt 2. Klasse. 15,5 Kilometer hinauf auf 2.090. 1.130 Höhenmeter mit bis zu 12 % Steigung. Einen Sonntagnachmittag kann man auch viel entspannter verbringen. Der Jaufenpass ist wie geschaffen dafür, den Tag zu versüßen. Oder zu versauen. Der Einstieg in Gasteig in grausam und böse. In Kalch kommen erste Selbstzweifel hoch. Der Rest ist Autopilot. Wo ein Wille, da der Ansatz eines runden Trittes. Erst wenn die Bäume weichen und die Almwiesen das Blickfeld erobern, könnte ein Funken Hoffnung die Totenstarre beenden. Der Ötztaler Radmarathon geht über vier Berge. Der Jaufenpass geht an die Substanz.

Ötztaler Radmarathon 2020

#25 „Der Brenner.“

Höhenangst braucht man als Ötzi Anwärter an der Grenze zu Italien nicht zu haben. Im Vergleich zum Vor- und Restprogramm ist der Brenner ein kleiner Schupfer. Auf gleicher Höhe mit Sölden. Vom Start bis auf den Brenner sind es Luftlinie mickrige 2 Höhenmeter. Wäre da nicht das Kühtai dazwischen. Oben am Brenner ist man zum Glück noch weit unter der Baumgrenze und bei starkem Föhn kann man den Duft des Südens schon riechen. Wenn plötzlich die Carabinieri den Verkehr regeln und die Masse an Rennradfahrer Richtung Sterzing lotsen, dann haben wir erst knapp Halbzeit. Zeit für das Mittagessen. Energie To Go entlang des großen Parkplatzes am Ortsende. Aber nicht glauben, es wäre hier vorbei. Die Hälfte der Strecke macht noch kein Finisher-Trikot. Die Leiden beginnen jetzt. Es kann schnell gehen, wenn man zu rasant unterwegs ist. Den Brenner überschätzt man allzu gern. Je flotter man hier hinaufdonnert, desto langsamer wird man danach. Der Brenner rächt sich immer und der Brenner macht immer müde. Der Brenner ist zwar ein kleiner Schupfer. Dieser Schupfer wird aber ziemlich weh tun. Nicht gleich. Aber spätestens am Jaufenpass.

Ötztaler Radmarathon 2020

#24 „Das Kühtai.“

Zum Aufwärmen. Speziell nach der erfrischenden Fahrt von Sölden nach Oetz. Das Kühtai. Ein Muntermacher der besonderen Art. 18,5 km hinauf auf 2020 Metern über dem Meeresspiegel. 1.200 laktatgetränkte Höhenmeter. Bei schönem Wetter inklusive traumhaftem Sonnenaufgang ab Ochsengarten. Schon früh im Rennen weiß man hier, ob es ein guter Tag werden kann. Ist es hier schwer, wird’s nicht leichter. Geht’s hier leicht, kann’s noch schwer werden. Unscheinbar und friedlich. Das Kühtai ist genau das Gegenteil. Von dampfenden, nach Luft ringenden Mitstreitern umringt, quält man sich hier nach oben. Allen Vorsätzen zum Trotz mit Sicherheit viel zu schnell. Die Gruppendynamik ist tückisch. Sie wirkt aber. Noch. Man lässt sich hinreißen. Mitreißen. Der Hubschrauber kreist über den schneebedeckten Gipfeln. Zuschauer feuern dich an. Tour de France Feeling mit Kuhfladenkulisse. Die letzte Rampe drückt dir den Schweiß aus den Poren und Tränen aus den Augen. Alles bewegt sich in Zeitlupe. Man ist Held für einen Augenblick. Aber noch steht der längste Radtag des Sommers bevor. Das Kühtai ist liebenswert und grausam zugleich. Wer es bezwingt, wird mit einer wunderbaren langen Abfahrt belohnt. Dann fängt am Brenner alles wieder von vorne an. Kühtai ich hasse und liebe dich. Genau deshalb fahre ich dich vielleicht auch 2020. Beim Ötztaler SocialRadmarathon.

Ötztaler Radmarathon 2020

#23 „Startplatzübertragung.“

Und wieder einmal muss ich meine mathematische Gabe hervorzaubern. Denn wer hat denn jetzt noch den Überblick. 2020 hätte es in 39 Jahren die 40. Ausgabe des Ötztaler Radmarathons gegeben. 1996 waren bekanntlich 2 „Ötzis“ in einem Jahr. Nun ist 2020 abgesagt. OK. Abgehakt. Dann haben wir eben 2021 die 40. Ausgabe. Und dazu noch das 40-jährige Jubiläum. Also 40 + 40 = 2021. 40 Auflage und 40 Jahre Ötztaler Radmarathon. Einfache Rechnung, oder? Hat sich einfach ergeben. Muss man aber nicht unbedingt verstehen. Verstehen sollte man aber, wie das jetzt mit der Startplatzübertragung ist. Corona-Ausnahme inklusive. Wer seinen Startplatz für 2020 fix hatte und das Nenngeld bezahlt hat, der kann 2021 starten. Easy. Also die erste Startplatzübertragung. Wer nicht einbezahlt hat, der verliert den Startplatz. Auch logisch. Wer bekommt ihn aber? Nachverlosung oder Kontingent für 2021? Und was ist mit jenen, die bezahlt haben und 2021 nicht starten wollen? Die bekommen einerseits ihr Geld retour (faire Geste vom Veranstalter), können aber auch ihren Startplatz 2021 weitergeben. Aber wann und wie? Nicht, dass ich meinen Startplatz weitergeben möchte. Nein. Niemals. Ich will nur Klarheit. Falls es Fragen geben sollte. Noch Fragen? Und ganz nebenbei: Schon für den Ötztaler SocialRadmarathon angemeldet?

Ötztaler Radmarathon 2020

#22 „Ötztaler SocialRadmarathon.“

Moment. Kein Ötztaler Radmarathon 2020 und jetzt darf ich trotzdem 238 km Radfahren? Wie genial ist das denn. Da zischt gleich das Ötzi-Fieber auf über 42° und das Adrenalin ist wieder in jeder Muskelfaser spürbar. Ötztaler SocialRadmarathon – natürlich bin ich dabei. Die magische Zahl von 238 km geistert ab sofort wieder in meinem Kopf herum. Und das alles auch noch für einen guten Zweck. Meine Fitness und meine Vorbereitung auf 2021. Ganz nebenbei kann ich auch noch helfen. Jeder Kilometer hilft und ich helfe gerne 238 Mal. Plötzlich hat das Aufstehen wieder Sinn. Die ganze Quälerei einen Grund. Die Diskussionen zu Hause ein treffendes Argument. 238 km. In einen, zwei oder drei Tagen – ganz egal. Am besten gleich alles am selben Tag erledigen. Was man hat, hat man. Und dann noch einen drauflegen. Für in Not geratene Menschen. Dass ich das noch erleben darf. Mitte Juni und für mich ist schon Weihnachten. Ötztaler SocialRadmarathon – du hast meinen Sommer gerettet und meinem Leben wieder einen Sinn gegeben.

Ötztaler Radmarathon 2020

#21 „Kontrollpunkte und Zeitlimits.“

In der Früh in Sölden wegfahren und am späten Nachmittag oder am frühen Abend in Sölden wieder ankommen. Wer mir erzählt, dass der Ötztaler Radmarathon so einfach sei, hat es wohl noch nie mit den befürchteten Zeitlimits an den von den Behörden vorgeschriebenen Kontrollpunkten zu tun gehabt. Brenner, Jaufenpass, St. Leonhard, Moos, Schönau und Timmelsjoch. Wer hier zu spät dran ist, ist früh aus dem Rennen und muss Sölden per Besenwagen erreichen. Tschüss Finisher-Trikot. Bei sechs Zeitlimits darf unterwegs nicht viel Unerwartetes passieren. Egal wie gut die Beine sind. Die festgesetzten Urzeiten kennen keine Gnade. Wie auch die Jungs im Wagen von Rennleiter 3. Rien ne va plus – nichts geht mehr. Ihr Wort ist Gesetz. Ab dem Jaufenpass ein hartes Urteil. Es gibt niemanden, der mich davor schützt. Außer ich selbst. Ich muss nur schnell und stark genug sein. Dann bin ich der Zeit einfach voraus. Im Ziel angekommen kann ich dann selbst erzählen, wie einfach der Ötztaler Radmarathon ist. In der Früh in Sölden wegfahren und am späten Nachmittag oder am frühen Abend in Sölden wieder ankommen.

Mai

Ötztaler Radmarathon 2020

#20 „Der Umwelt zuliebe.“

Der Radfahrer ist ein intelligentes Wesen. Ein umweltbewusstes Individuum. Ein Mensch mit Idealen und Werten. Zumindest sehe ich mich so. Der Radfahrer ist aber auch ein großer Sünder. Ein Schweinderl. Politisch unkorrekt ausgedrückt: eine Sau. Ganz ehrlich. Das muss nicht sein und das darf nicht sein. Sind wir nicht Vorbilder? Genau. Warum also Müll achtlos in der Natur verstreuen? Wie die vielen letzten Jahre auch beim Ötztaler Radmarathon. Außerhalb der Labestationen lagen massenweise leere – und auch volle, Gel-Päckchen herum. Was bei den Profis mittlerweile verboten ist, sollte bei uns schon längst angekommen sein. Respekt und Achtsamkeit gegenüber unserer Umwelt. Jedes Trikot hat 3 Taschen. In einer davon passt alles rein, was mit Müll zu tun hat. Sonst einfach unters Trikot stecken und ein paar Kilometer mitschleppen. Szenen wie entlang der vier Passstraßen beim Ötztaler Radmarathon sind eines Radfahrers nicht würdig. Nicht einmal die Sanktionen seitens der Organisation halten einige davon ab, ihren Müll so zu entsorgen. Warum ich das in meinen Gedanken festhalte? Weil es zum Fremdschämen ist.

Ötztaler Radmarathon 2020

#19 „Die Schneeschmelze – Endlich richtig Berge.“

Flach ist langweilig. Bergig ist viel spannender. Wenn die Schneeschmelze eintritt, beginnt die Zeit meines Bergtrainings. Darauf habe ich lange gewartet. Endlich wieder Berge und nicht flache Hügelwiederholungen. Jetzt werden wieder die vielen Passstraßen gestürmt. Die Originalschauplätze oder die vielen anderen Schmankerln, die unsere Regionen zu bieten haben. Ab 1000 Höhenmetern in einem Stück beginnt die Party. Dort wo die Luft dünn wird, beginnt der Spaß. Und der heiß ersehnte Trainingseffekt. VAM, VAM, vamos. Kehre, wem Kehre gebührt, bis mir schwindelig wird. Entlang der Schneewände schwitzten und über das Schmelzwasser spritzen. Das ist Rennradfahren wie ich es liebe. Das offene Trikot flattert im Wind. Der Fahrtwind kühlt und ich fühle mich wie ein Profi bei der Tour de France am Weg zum Etappenziel ganz oben auf der Passhöhe. Herrlich, wie schnell man bergauf fahren könnte. Ein perfekter runder Tritt, hohe Frequenz, der Blick schon über die nächste Serpentine gerichtet. Endlich wieder Berge. Wie habe ich euch vermisst.

Ötztaler Radmarathon 2020

#18 „Essen und Trinken.“

Wie viel kann ein Mensch essen? Und wie viel muss er essen? Auf dem Weg von Sölden nach Sölden. Aber auch in der Zeit davor. Also ab sofort bis zum 29. August 2021. Wie viel kann ein Mensch essen, wenn dieser Mensch Rennradfahrer ist und 238 km und 5.500 Höhenmeter zu bewältigen hat. Gute Frage, oder? Ich sage einmal zwischen viel und sauviel. Umgerechnet in Zahlen sind das je nach physischer Verfassung schnell einmal 7000 bis 9000 kcal. Vielleicht sogar mehr. Kommt auch aufs Tempo drauf an. Mahlzeit. Wie und wann soll ich das alles essen? Und auch verdauen. Ganz schön anstrengend. Nicht nur das Schnellfahren. Schmackhafte 5 reichlich gedeckte Labestationen stehen am Speiseplan. Kühtai nach 49 km, Brenner nach 121,5 km, Jaufenpass nach 153 km, Schönau nach 191,5 km, die Seeberalm nach 191 km und dann noch im Ziel bei der Freizeit Arena. Vollpension kann man sagen. Rundumservice vom Feinsten. Essen und Trinken wird beim Ötztaler Radmarathon großgeschrieben. Auch vor und nach dem Rennen in der Freizeitarena. Der Kaiserschmarrn mit Apfelmus ist eine Gaumenfreude. Kalorienparty Deluxe. Werde ich Rennradfahren um essen zu können, oder essen um Rennradfahren zu können?

Ötztaler Radmarathon 2020

#17 „5.500 Höhenmeter.“

Der Countdown läuft. Alles neu macht die Absage 2020. Was die Sache nicht einfacher macht, aber dafür länger. Die Faszination Ötztaler Radmarathon bleibt ungebrochen. Ein Virus verändert die Welt, aber nicht meine Leidenschaft. Im Gegenteil. Ich will. Ich muss. Ich werde. Die 5.500 Höhenmeter sind mein großes wiederholtes Ziel. Meine vier geliebten und gleichzeitig gehassten Pässe. Sie beschreiben so gut mein bisheriges Leben. Es ist ein wechselseitiges Auf und Ab. Viel Leiden und noch mehr Freude schön aneinandergereiht. Jeder Höhenmeter ist dabei ein wichtiger Teil des gesamten Abenteuers. Ein Bruchteil im Vergleich zum Ganzen. Trotzdem ist jeder gleich wichtig. Vom Ersten bis zum Letzten. Denn jeder mühsam erkletterte Höhenmeter entscheidet über den weiteren Verlauf. Jeder Höhenmeter fällt sein Urteil über den nächsten und zeigt dir, ob und wie du weiterfahren kannst. Die 5.500 Höhenmeter des Ötztaler Radmarathons sind meine Lieblingsachterbahn. Also: G‘sund bleiben und Gewicht verlieren. Wir sehen uns 2021.

Ötztaler Radmarathon 2020

#16 „Die längste Vorbereitung.“

29. August 2021. Das sind schon noch ein paar Wochen bis dahin. Es riecht nach einer ziemlich langen Vorbereitung. Ich werde dabei sein. Den Startplatz habe ich ja. Der gehört mir. Zurückgeben? Sicher nicht. Mein Hotel ist schon umgebucht. Mit der Familie habe ich noch nicht gesprochen, aber ich rechne mit vollem Verständnis, dass sich die nächsten 16 Monate wieder alles um den Ötztaler Radmarathon drehen wird. Ist ja nicht meine Schuld. Vielleicht wäre heuer meine letzte Teilnahme gewesen. Versprochen hätte ich es. Vielleicht auch nicht. Das spielt aber keine Rolle mehr. So viel Zeit mich vorzubereiten hatte ich noch nie. Jetzt schon zu wissen, dass ich nächstes Jahr am Start sein muss, ist genial. Das muss ich nutzen. Und ich werde das nutzen. Ein ganzer Sommer, auch wenn möglicherweise eingeschränkt, Herbst, Winter, Frühjahr und noch ein ganzer Sommer. Zuerst einmal genieße ich meine Gesundheit und die Tatsache, dass das Leben weitergeht, solange es einen Ötztaler Radmarathon gibt. Was interessiert mich das eingeschränkte Leben, wenn ich Rennradfahren kann. Nehmt mir alles, aber bitte nicht mein Rennrad.

Ötztaler Radmarathon 2020

#15 „20 + 21 = 40.“

Ganz unter uns gesagt. Es gibt wirklich Schlimmeres auf der Welt. Aber das ist mit Sicherheit das Schlimmste. Der Ötztaler Radmarathon 2020 findet nicht statt. Unser geliebter Saisonhöhepunkt fällt aus. Gecancelt. Gestrichen. Abgesagt. Ersatzlos. Das Corona Virus war stärker. Stärker als meine Hoffnung. Stärker als all mein positives Denken. Wie gesagt, es gibt wirklich Schlimmeres auf der Welt, aber dass ich jetzt bis Ende August 2021 ein tiefes mentales Loch zu überwinden habe ist dramatisch, desaströs, bitter und ärgerlich. Es war irgendwie zu erwarten. So wie sich das alles zugespitzt hat. In ganz Europa und auf der Welt. Und doch wollte ich nicht daran glauben. Jetzt, wo alles so fix ist, schmerzt es umso mehr. Die Nachricht der Organisation war ein Stich. Direkt ins Herz. Ich habe geweint. Zusammen mit meinem Fahrrad. Es ist so schade, dass der Ötztaler Radmarathon heuer nicht stattfindet. Ich hätte ihn dieses Jahr so gerne gewonnen.

Ötztaler Radmarathon 2020

#14 „Eh nur 238 km.“

Manchmal ist es gut, wenn man die Mathematik beherrscht. Das ist nicht nur bei einfachen und komplizierteren Rechenaufgaben von Vorteil, sondern auch wenn es um das eigene Schönreden geht. Nennen wir es Selbstmotivation geht. Einfach und bildlich logisch erklärt: Von den 238 Kilometern, die der Ötztaler Radmarathon lang ist, sind circa 100 nur bergab. Bleiben also noch 138 km. Ein paar davon sind eher flach und nur der Rest davon muss bergauf bewältigt. Das sind mathematisch gesehen dann eh nicht mehr so viele. Warum sollte man sich deshalb vor dem Ötztaler Radmarathon fürchten? Viellicht, weil die 5.500 Höhenmeter dann nur auf diese wenigen Restkilometern aufgeteilt sind. Spätestens jetzt sollte man erkennen, dass Mathematik und Logik nicht immer am selben Strang ziehen. Was sich mathematisch gesehen einfach anfühlen sollte, ist logisch gesehen doch ziemlich schwer. Und kompliziert. Dabei geht es nur darum, sich aufs Rad zu setzen und loszutreten. Start in Sölden und Ziel in Sölden. Dazwischen eh nur 238 km.

Ötztaler Radmarathon 2020

#13 „Trainingsrückstand.“

Drinnen oder draußen? Das ist hier die Frage. Darf ich oder darf ich nicht? Soll ich oder nicht? Nur eines ist sicher: Ich muss. Mein Gott ist das heuer kompliziert. Ausgangssperren da, Ausgangsbeschränkungen dort. Und der Frühling in flotten Schritten im Anmarsch. Mein Trainingsplan kommt deshalb aktuell ganz schön durcheinander. Mit dem Ergebnis, dass ich die ganze Zeit einen großen Trainingsrückstand mit mir herumschleppe. Die Wochenstatistiken und die Monatsstatistiken von heuer, verglichen mit jenen der letzten Jahre, penibel bereinigt durch einen hohen Trainingswegfall-Korrelationskoeffizienten und multipliziert mit dem arithmetischen Mittel der auf Zwift gewälzten Kilometern lassen keine andere Schlussfolgerung zu. Mit fehlt einiges. Einiges an Kilometern und Höhenmetern sowie einiges an Zeit und Muße. Es ist zwar noch Zeit, aber diese Zeit läuft mir davon. Kann sie mir bitte jemand anhalten? Nein noch besser: zurückholen. Danke.

Ötztaler Radmarathon 2020

#12 „Viele Kilos müssen noch weg.“

Was? Woher kommen diese vielen Kilos auf einmal her. Letzten Sommer waren sie noch nicht da. Mir ist in den letzten Monaten aus dem Nichts ein Bauch gewachsen. Fast über Nacht. Nein. Über Nächte. Viele Nächte. Fürchterlich. Meine Trikots passen nicht mehr. Ich krieg die Krise. Kein Wunder, dass ich plötzlich mehr Watt treten kann, aber kaum schneller bin. Es ist absolut nicht vorstellbar, in diesem Zustand am Start zu stehen und ins Rennen zu gegen. Wenn ich das alles zusätzlich die vier Ötzi-Berge hinaufschleppen muss, bin ich ja vor Einbruch der Dunkelheit sicher noch nicht in Sölden. Alarmstufe rot. Da bringt mein neuester Carbonrenner auch nicht mehr den erhofften Gewichtsvorteil von über 600 Gramm. Das muss sich ändern. Ich brauche einen Plan. Aber welchen? Diätplan, Ernährungsplan, Wille und Disziplin. Wo seid ihr? Bitte helft mir. Mein Traum ist in Gefahr. Er wackelt und wird schwerer. Ziemlich schwerer. Viele Kilos müssen noch weg. FDH? Intervallfasten? 16/8, 5/2 oder sogar regelmäßig 24 Stunden ohne etwas zu Essen. Ich habe einen Alptraum.

Ötztaler Radmarathon 2020

#11 „Ab ins Trainingslager.“

Ich habe einen Traum. Nein. Ich habe zwei Träume. Und einen Wunsch. Ich träume vom Ötztaler Radmarathon und ich träume vom Trainingslager. Dieses habe ich auch schon gebucht und mir einen Platz am Fenster gesichert. Ich darf mit meinem Smarttrainer im Wohnzimmer trainieren. Sogar der Balkon steht mir zur Verfügung. Er hat glücklicherweise eine Steckdose. Ich konnte mir eine Ausnahmeregelung ausverhandeln. Damit ich in der Frühlingssonne trainieren kann. Das ist gut für die Seele. Der Keller ist voller Vorräte. Ja. Auch Klopapier ist dabei. Es ist eine außergewöhnliche Zeit für uns alle. Eine Zeit voller Entbehrungen. Auf eines darf ich aber auch jetzt nicht verzichten. Mein Training. Ich brauche es. Es stärkt mich. Ich wünsche mir, dass dieser Spuk bald vorbei sein wird. Dass wir wieder in den Alltag zurückkehren können. Auch wenn vieles nicht mehr so sein wird, wie es war. Eines ist sicher. Was bleibt ist die Lust auf 238 km und 5.500 Höhenmeter. Ich habe einen Startplatz und ich habe immer noch diesen einen Traum.

Ötztaler Radmarathon 2020

#10 „Morgen beginnt das Training.“

So genug jetzt. Es wird ernst. Morgen beginnt das Training. Ja, weil morgen noch früh genug ist. Es sind ja noch 23 Wochen bis zum großen Tag. Das geht sich locker aus. Ich brauche ja keine Frühjahrsform, sondern will auf den Punkt genau meine Leistung abrufen können. Das ist exakt am Sonntag, 30. August 2020 zwischen 14 und 15 Uhr. Genau genommen in St. Leonhard in Passeier, wo die letzten der 238 Kilometer auf mich warten werden. Diese 29 Kilometer hinauf zur Passhöhe will ich nicht vergeigen. Bis dahin möchte ich meine Körner sparen und meine Kraft gut eingeteilt wissen. Gezieltes Training nennt man das. Periodisierung sagen die Trainingswissenschaftler. 23 lange Wochen noch und morgen beginnt das Training. So richtig. Ich sehe mich schon frisch ausgeruht in Sankt Leonhard die in Gluthitze getränkte Mauer entlang hochfahren. Hier wird es sich entscheiden und hier werde ich es entscheiden. Schluss mit Geplänkel. Die Tage, Wochen und Monate der Wahrheit beginnen morgen. In der Früh. Nach dem Frühstück. Und heute? Heute gibt es ein letztes Mal Nutella.

Ötztaler Radmarathon 2020

#9 „Schatz, ich habe einen Startplatz.“

Nein? Wirklich? Echt? Ich habe einen Startplatz? Kein Witz? Echt jetzt! Die erlösende Email von der Organisation ist da. Ich könnte alle umarmen und ganz fest drücken. Auch die Schwiegermutter. Das ist wie Weihnachten, Geburtstag, Ostern und alle möglichen Jubiläen zusammen. Mit allem habe ich gerechnet. Nur nicht damit. Ich darf Ende August ins Ötztal fahren. Nein. Ich muss jetzt. Bin ja nicht deppert. Meine Familie wird sich freuen. Ich habe einen Startplatz. Moment. Ich muss erst einzahlen, sonst ist er weg. Also Ruhe und kühlen Kopf bewahren. Step by Step. Tritt für Tritt. Die Bestzeit nicht vor der Ankunft loben. Es heißt doch so, oder? € 154,- und dann noch die € 10,- für die Chipkaution gleich via Raiffeisen Online-Banking überweisen. Meine Radfreunde werden Augen machen und mich wieder für verrückt erklären. Ein besseres Kompliment kann ich mir kaum vorstellen. Yes. Ich fahre nach Sölden. Ich hole mir das begehrteste Finisher-Trikot der Welt. Und wer denkt, er könne mit meinem Startplatz spekulieren, dem sage ich nur eins: ICH fahre nach Sölden.

Ötztaler Radmarathon 2020

#8 „Alles Ötzi. Die neue Sommerplanung.“

Ich kann nicht länger warten. Alles Ötzi. Ich plane jetzt meinen Sommer. Obwohl ich mein Schäfchen noch nicht im Trockenen habe. Denn noch sitze ich mit leeren Händen am Ergometer. Noch plage ich mich einfach so ins Blaue. Ins Ungewisse. Ich kann nicht länger warten. So viel ist noch unter einen Hut zu zaubern. Ich will auf alle Fälle in die Berge. Ötztal oder Südtirol? Egal Hauptsache bergig. Richtig bergig. Und die Familie? Die muss mit. Das geht nicht anders. Wirklich nicht. Die Sommerplanung hätten wir intern ausgiebig besprochen. Für den Fall, dass ich heuer beim Ötztaler Radmarathon teilnehmen darf. Der Sommer gehört mir und meinem Rennrad. Wenn alles so rennt wie geplant, stehe ich mit Wunschgewicht und Höchstform am Start. Bücher? Genau ich muss noch ein paar gute Bücher kaufen. Training für Rennradfahrer, Ernährung für Rennradfahrer, Alltag für Rennradfahrer, Familie für Rennradfahrer, Mediation für Rennradfahrer, Verhandeln für Rennradfahrer, Streitgespräche führen für Rennradfahrer, Durchsetzen für Rennradfahrer. Die neue Sommerplanung sieht viel lesen vor. Oder soll ich doch lieber trainieren?

Ötztaler Radmarathon 2020

#7 „Das Warten auf die erlösende Email.“

Wie lange haben wir noch? Ich frage nur. Nochmals. Wie damals, als ich mit den Eltern unterwegs war. In den Urlaub. Wie oft habe ich diese Frage gestellt und keine zufriedenstellende Antwort bekommen. Vertröstet wurde ich. Wieder und immer wieder. Mit irgendwelchen Antworten. Ich habe gefragt, ob wir schon da sind. Bald hatte es immer geheißen. Bald. Obwohl wir gerade weggefahren sind. Und danach auch. Egal wo wir waren. Bald würden wir angekommen sein. Bald heißt es auch seitens der Organisation. Bald wird bekannt gegeben, wer dieses Jahr den Ötztaler Radmarathon fahren darf. In der ersten Märzhälfte. Wie lange ist aber noch bis „in der ersten Märzhälfte“? Und wo ist „in der ersten Märzhälfte“? Egal. Es dauert mir sowieso zu lange. Das Warten auf die erlösende Email ist untragbar. Eine Woche? 10 Tage? Zwei Wochen? Alles wartet. Die Urlaubsplanung, die Trainingsplanung, die Ernährungsplanung, die Gewichtsplanung. Jeder Tag zu viel ist ein verlorener Tag. Wann kommt diese Email. Wann? Ich muss mich organisieren und motivieren.

Ötztaler Radmarathon 2020

#6 „Noch schnell ein Hotelzimmer buchen“

Heute hatte ich einen Gedanken. Keinen schlechten Gedanken. Nein, einen ganz wichtigen Gedanken. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich mit am Start des 40. Ötztaler Radmarathons dabei sein darf. Es wäre ratsam und sinnvoll, mich jetzt schon um ein Quartier in Sölden zu kümmern. Genau das habe ich mir gedacht. Wer weiß ob ich Mitte März oder sogar erst im Juni eine feine Bleibe nahe dem Zentrum bekommen werde. Wenn 4.000 Starter nach Sölden kommen werden, möglicherweise nicht allein, dann sind die circa 11.000 Gästebetten im Ort schnell belegt und nicht mehr verfügbar. Natürlich könnte ich in die Nachbargemeinden Längenfeld, Umhausen oder Oetz ausweichen. Will ich aber nicht. Ich will mitten im Geschehen sein. Mittendrin statt nur daheim. Und auf ein Last-Minute-Angebot will ich mich auch nicht verlassen. Noch schnell ein Hotelzimmer buchen, das war mein Gedanke. Jetzt schon. Fünf Monate vor dem Event. Ein paar Tage Sölden. Es soll sich auszahlen. Akklimatisieren, Expo und Rahmenevents besuchen, plaudern, Gondel fahren, James Bond 007 Elements Museum am Gaislachkogl besichtigen, die höchste Straße im Ostalpenraum am Rettenbachferner hochklettern und den besten Kaiserschmarrn am Timmelsjoch genießen. Je länger ich nachdenke, desto wichtiger ist es jetzt schon ein Zimmer zu buchen. Im schlimmsten Fall bin ich als Zuseher in Sölden.

Ötztaler Radmarathon 2020

#5 „Der Monat der Hoffnung“

Schaltjahr. 2020 ist ein Schaltjahr. Der Februar hat somit einen Tag mehr. Das heißt einen Tag länger warten. Warten ohne Ende auf ein Happy End. Die Zeit bis Mitte März ist eine Zeit der Leere. Der Hoffnung. Werde ich Ende August in Sölden am Start sein? Wenn es um mich geht ja. Aber ich habe da wenig zu melden. Göttin Fortuna hält die Fäden in der Hand. Sie bestimmt. Das Schicksal wird es bestimmen. Ich bin zuversichtlich und gleichzeitig rechne ich mit einem Recall bei der Zweitverlosung. Was die Sache nicht wirklich einfacher und entspannter macht. Die aktuelle Ungewissheit ist schon eine große Herausforderung. Psychisch wie auch körperlich. Eine Verlängerung bis in den Juni hinein? Bitte nicht. Ich hätte es gerne jetzt schon schwarz auf weiß. Dann könnte ich sofort mit dem Training anfangen. Meine Neujahrsvorsätze endlich in die Tat umsetzen. Konsequenter und bestimmter sein. Mich ordentlich fordern. Im Vergleich zu meinem derzeitigen Gemüt ist das Warten auf das Christkind wie monotone Grundlagenausdauer. Fad. Kann denn nicht jetzt schon Mitte März sein und können nicht jetzt schon alle Karten am Tisch liegen?

Ötztaler Radmarathon 2020

#4 „Das Griss um die Startplätze“

Warum gibt es so viele Anwärter auf einen Startplatz beim Ötztaler Radmarathon? Die Organisation spricht von 15.000 Registrierungen. Warum soll ausgerechnet ich einen dieser begehrten Startplätze bekommen? Ich habe im Leben bisher noch nie etwas gewonnen. Spiele seit einer halben Ewigkeit Lotto. Nur Nieten getippt. Ein Vermögen verspielt. 4.000 Glückliche soll es in Sölden geben. Und jede Menge Gerüchte. Die einen melden gleich die gesamte Verwandtschaft an, andere melden sich im Team an um ihre Chancen zu erhöhen. Ich bin jetzt kein Mathematiker, aber was soll das bringen? War ich jetzt schon drei Mal angemeldet und habe ich jetzt Anspruch auf einen Startplatz? Ich weiß es nicht. Habe den Überblick verloren. Warum gibt es so viele Anwärter auf einen Startplatz beim Ötztaler Radmarathon? Warum wollen so viele beim schönsten und bestens organisierten Radmarathon im Alpenraum dabei sein? Könnten einige davon nicht woanders starten? Um meine Chancen zu erhöhen, Ende August dabei sein zu können? Das wäre mir gegenüber sehr nett.

Ötztaler Radmarathon 2020

#3 „Die Registrierung“

Die Wohnung ist schon seit Tagen voller Post-it. Überall Klebezettel. Gelbe, blaue, rote und orange Notizen. In meinem Terminkalender ist der Februar mit mehreren Erinnerungen programmiert. Das Datenvolumen für mein mobiles Internet ist sicherheitshalber verdoppelt worden. Die Standleitung einem Check unterzogen. 2 MB Upload Geschwindigkeit. Sollte reichen. Mein Kopf ist voller Eselsbrücken. Siri in Alarmbereitschaft. Stand-by auf Dauer. Das gesamte soziale Umfeld ist angehalten, mich zu erinnern. Ich will auf keine Fälle die Registrierung zum Ötztaler Radmarathon verpassen. Am 1. Februar geht’s los. Es ist mir vollkommen egal, ob ich dazu vier Wochen Zeit habe. Ich muss tun, was ein Ötztaler Radmarathon Anwärter tun muss. Ich muss mich registrieren. Und zwar gleich zu Beginn der Registrierungsphase. Ich will dabei sein. Ich muss dabei sein. Name, Adresse, Email, Trikotgröße, Verein, Fahrradmarke. Alles ist bereits minutiös und im Detail aufgelistet. Mein Spickzettel für das spätsommerliche Glück im Ötztal. Und dann gehe ich in die Kirche. Um zu beten. Dazwischen drücke ich mir 29 Tage lang die Daumen. Bis zur erlösenden Email von der Organisation.

Ötztaler Radmarathon 2020

#2 „Das Wintertraining“

Sommersportler werden im Winter geformt. Also jetzt. Aktuell. Wir haben ja Winter. Welcher nicht radelnde Philosoph hat diese paradoxe Weisheit von sich gegeben? Draußen ist es kalt, dunkel, windig und glatt. Und es sind noch mehr als 7 ½ Monate bis zum 30. August 2020. Außerdem fehlt mir noch die Hauptmotivation: Der sichere Startplatz. Will ich den Ötztaler Radmarathon bestehen, sollte – nein muss also jetzt trainieren? Einfach so ins Blaue hinein. Warum eigentlich? Damit die 30 km hinauf auf das Timmelsjoch nicht im Stehen vergehen? Damit sich die letzten 10 km hinauf zur rettenden Passhöhe Kehre für Kehre nicht unendlich lang anfühlen und damit der nachfolgende Gegenanstieg zur Mautstelle nicht zur senkrechten Hürde wird? Ich überlege. Vielleicht steckt in dieser paradoxen Weisheit doch ein Stück Wahrheit. Vielleicht ist das ein erster Schritt. Ein wichtiger. Vielleicht. Dann gehe ich jetzt trainieren, denn Sommersportler werden im Winter geformt und die Fabelzeiten beim Ötztaler Radmarathon mit dazu.

Ötztaler Radmarathon 2020

#1 „Neujahrsvorsätze der Ötzi-Anwärter“

Mehr trainieren. Noch mehr trainieren. Härter trainieren. Noch härter trainieren. Das Klettern perfektionieren. Beim Material upgraden. Sitzposition analysieren und verbessern. Und abnehmen. Natürlich! Gewicht verlieren. Watt pro Kilogramm Körpergewicht steigern. Optimieren. Dann noch die Ernährung umstellen. Kein Zucker. Viel weniger Süßes und auch beim Alkohol öfters einmal Nein sagen.. Ötzi-Anwärter wissen nämlich ganz genau: Theoretisch gesehen ist der Weg zur persönlichen Fabelzeit beim Ötztaler Radmarathon ein recht einfacher. Jahr für Jahr. Teilnahme für Teilnahme. Viele könnten. Noch mehr würden. Einige werden sogar. Die vielen Neujahrsvorsätze der Ötzi-Anwärter*innen sind leise Kampfansagen. Sie sind Wünsche und Träume. Moment. Etwas fehlt noch. Der Startplatz. Das verschafft Zeit. Zum Glück. Und die Neujahrsvorsätze werden vorerst bis in den März hinausgeschoben.

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